Die Vorstellung vom "Westen" im Osten Europas*

von Patrick Heck zuletzt verändert: 2012-03-19

Der "Westen" als Feindbild

Für das östliche Christentum war "der Westen" in der Neuzeit eine Folie, die zur Abgrenzung und Unterscheidung diente. Die historischen Wurzeln dieser Abgrenzung reichen bis zu den Anfängen der Auseinanderentwicklung von christlichem Osten und Westen. Zwischen Byzanz und Rom gab es jahrhundertelang fast keine Kontakte. In Russland sind "Slawophile" und "Westler" des 19. Jahrhunderts Ausdruck der anhaltenden Debatte über die Ausrichtung Russlands. Auf dem Balkan entwickelten sich national ausgerichtete antiwestliche theologische Positionen. Die im 20. Jahrhundert gewonnene Erkenntnis der westlichen Beeinflussung auch antiwestlicher Positionen und die Auflösung der strengen Grenze zwischen dem "Osten" und dem "Westen" haben zu einer Neuprofilierung der orthodoxen Theologie geführt, die jedoch auch das Potenzial zu einer Öffnung hat.

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