Arbeitsmigration, Wirtschaftsmigration

von NN zuletzt verändert: 2018-03-05
Page Erzieherinnen von Budde, Gunilla
Die einen sehen in den Gouvernanten im 19. Jahrhundert die vermeintlich melancholisch-prüden Mauerblümchen, andere eine weltgewandte Frauengeneration mit professionellen Ambitionen. Strenge, verhärmte Frauen tauchen in den Kindheitserinnerungen ebenso auf wie dynamische Lehrerinnen, die Horizonte öffneten – nicht nur für ihre Schüler, sondern auch für sich selbst. Dass sie ihre Wege nicht nur in fremde Haushalte, sondern immer öfter auch in fremde Länder führten, sich also Gouvernanten zunehmend auf einem gesamteuropäischen Arbeitsmarkt bewegten, lässt sich vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts beobachten. Wie vertrugen sich die weit gereisten Gouvernanten mit dem Frauenideal ihrer Zeit? Warum strebten sie immer mehr ins Ausland? Gaben sie Impulse zu einer internationalen Beziehungsgeschichte und trugen somit zum Kulturtransfer bei? Wie gestaltete sich das Wechselspiel zwischen internationaler Öffnung und nationalistischer Beschränktheit im Laufe des 19. Jahrhunderts? Was führte zu Beginn des 20. Jahrhundert zum Ende der Gouvernantenkarrieren? Diesen Fragen geht der Artikel nach, indem er auf die Selbstzeugnisse der jungen Frauen ebenso wie auf andere zeitgenössische Publikationen schaut, mit Akzent auf deutsche, englische und französische Varianten.
Alias Emigration: Europe and Asia von Bosma, Ulbe
The emergence of colonial migration circuits between Europe and Asia followed the ascendency of European mercantile and military power. In the early 19th century, the European presence in Asia was still extremely modest and very much involved in intra-Asian migration and trading circuits. From the 1820s onward, commodity production for the European markets took off, both in India and Java, and was accompanied by an increasing military presence. Military veterans contributed to a rapid growth of European colonial settlements decades before the migration of European civilians to Asia became substantial. The early 20th century marked the final phase and the heyday of the colonial migration circuits. In those years, the colonial economies and administrations required many thousands of skilled Europeans. A substantial number of these were children or grandchildren of other Europeans who had made the journey to the East generations before. This circuit was as much a product of Asian-born Europeans, as of metropolitan Europeans. This article focuses on comparisons and connections between British and Dutch migration circuits with Asia.
Page Emigration über den Atlantik von Glynn, Irial
Die Auswanderung von Europäern über den Atlantik während des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem während des so genannten Zeitalters der europäischen Massenauswanderung zwischen 1850 und 1914, ist ein Kernbestandteil der jüngeren Geschichte Europas. Dennoch haben die konvergierenden und divergierenden Tendenzen bei der europäischen Emigration über den Atlantik zwischen 1800 und 1950 bislang in der Literatur keine hinreichende Aufmerksamkeit erfahren. Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, diese Unterschiede und Parallelen zu belegen, und zwar anhand einer Analyse der Auswanderungsbewegungen in drei Ländern am westlichen, südlichen bzw. nördlichen Rand von Europa: Irland, Italien und Schweden. Der Beitrag fragt nach den Größenordnungen der Auswanderung, den Gründen für das Verlassen der Heimatländer, der Herkunft und den Migrationszielen der Auswanderer sowie nach der Haltung der Herkunfts- und Aufnahmestaaten bezüglich Auswanderung. Außerdem wird das Erbe der Migration auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa untersucht.
Folder "Heimkehr"? "Volksdeutsche fremder Staatsangehörigkeit" von tanzya
 
Alias Internal Migration von Moch, Leslie Page
"Internal migration" refers to movement from one region to another. Although international migration receives more attention, the greater portion of mobility occurred within or between regions as people relocated their labor, material wealth, and cultural notions. Fundamentally, shifts in migration patterns originate in changes in landholding, employment, demographic patterns, and the location of capital. Long-standing patterns of mobility changed about 1750, when a marked population increase and proliferation of rural industry settled rural people in manufacturing towns and villages, while those in other regions took to the road. The industrialization of the 19th century produced an urban society and high migration rates that subsequently abated in the 20th century.
Alias Migration from the Colonies von Emmer, Pieter C.
Colonialism not only stimulated more than 60 million Europeans to migrate overseas, it also brought millions of Asians, Africans and Amerindians to Europe. In the beginning, many of these immigrants came to Europe as slaves, but in the 20th century immigrants from Africa and Asia served as soldiers and contract labourers in the European armies during the two World Wars. In addition, the wave of decolonisation after World War II stimulated millions of former European colonists as well as people of mixed descent and various colonial minority groups such as the Chinese to migrate to Europe in spite of the fact that the large majority of these migrants had never lived or visited there. In recent decades, migration from the previous colonial world has been dominated by (now largely illegal) labour migrants and asylum seekers.
Page Italienische Küche von Thoms, Ulrike
Die italienische Küche hat in den vergangenen Jahrzehnten stärkeren Einfluss auf die Entwicklung der Essgewohnheiten gehabt als jede andere nationale Küche. Spaghetti, Pizza, Tiramisù und Espresso sind in Europa und Nordamerika ubiquitär. Der Beitrag rekonstruiert die Rezeption der italienischen Küche in Europa und arbeitet das komplizierte Geflecht von Entwicklungsfaktoren heraus, zu denen das Italienbild in Kunst und Literatur, Touristen- und Migrantenströme, die bislang meist vergessene Rolle der Förderung von Wirtschaft und Außenhandel durch den italienischen Staat und die Rolle der Epidemiologie gehören.