Politische Migration (Exil)

von EGO-Redaktion zuletzt verändert: 2020-05-11
Page Emigration 1933–1945/1950 von Krohn, Claus-Dieter
Die nationalsozialistische Herrschaft zerstörte und vertrieb die einzigartige Kultur aus den kurzen Jahren der Weimarer Republik. Durch die erzwungene Emigration der meisten ihrer Repräsentanten ging diese Kultur allerdings nicht unter, sondern wurde vor allem jenseits des Atlantiks in den USA bewahrt. Heute ist sie dort geradezu zu einem Mythos geworden. Nicht von ungefähr ist der Terminus "Weimarer Kultur" 1968 von dem amerikanischen Historiker Peter Gay in seiner Studie "Weimar Culture: The Outsider as Insider" geprägt worden, von einem Autor also, der 1923 in Berlin geboren wurde und 1939 mit seinen Eltern aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflohen war.
Page Revolutionsmigration nach 1789 von Pestel, Friedemann
Die Französische Revolution bewirkte eine der großen politischen Migrationsbewegungen der Neuzeit. Emigranten aus allen Ständen der französischen Gesellschaft verteilten sich in den 1790er Jahren über ganz Europa und im atlantischen Raum. Politisch breit gefächert, mobilisierten die Emigranten ihre Aufnahmegesellschaften gegen die sich radikalisierende und über Frankreichs Grenzen ausgreifende Revolution. Ebenso wurden sie zu Trägern vielfältiger Transferprozesse, nicht zuletzt zur Sicherung ihres Lebensunterhalts im Exil. Sie demonstrierten, dass es zum revolutionären Prozess außerhalb Frankreichs Handlungsalternativen gab, bevor sie unter Napoleon Bonaparte großenteils nach Frankreich zurückkehrten.