Confessional Migration*

by NN last modified 2011-10-02

Antitrinitarier

Der Antitrinitarismus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist in zweien seiner wirkmächtigsten Spielarten, nämlich der tritheistischen und der unitarischen, ursprünglich von den italienischen Denkern geprägt worden. Kirchenbildend vermochte er allerdings nur in der polnisch-litauischen Adelsrepublik und in Siebenbürgen zu wirken. Von wandernden Studenten und Gelehrten propagiert, wurde das antitrinitarische Gedankengut in Osteuropa von Teilen der reformatorisch Gesinnten rezipiert und von politischen Obrigkeiten toleriert. Auf die Phase der antitrinitarischen Kirchenbildung zu Beginn der 1560er Jahre folgte die Phase der Ablösung der tritheistischen Theologie durch die unitarische, welche die letztgültige theologische Gestalt der antitrinitarischen Kirchen in Polen-Litauen wie auch in Siebenbürgen bildete.

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Bevölkerungstheorie und Konfessionsmigration

In der frühneuzeitlichen Bevölkerungstheorie bestand eine Spannung zwischen dem populationistischen Nutzen und den Gefahren der Fremdenaufnahme. Das Konzept der Bevölkerungspolitik entwickelte sich im 16. Jahrhundert in Italien und gelangte zusammen mit der Staatsräsondebatte in die deutsche politische Theorie. Hier wie dort wurde der Widerspruch zwischen konfessioneller Einheit und aktiver Fremdenaufnahme nicht thematisiert. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich im Reich eine in Europa außergewöhnliche Debatte über das Verhältnis von Monokonfessionalität und Bevölkerungsgröße. Religiöse Toleranz wurde hier als bevölkerungspolitische Notwendigkeit definiert. In der Praxis war die Dichotomie zwischen Bevölkerungs- und Religionspolitik dagegen weniger ausgeprägt als in der Theorie.

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Catholic Confessional Migration

The period between the 16th and the 19th centuries witnessed faith-based migration not only on the part of Protestants: Catholics were also moved to leave their homes for reasons of conscience. In contrast to the popular waves of migrations exhibited by the former, Catholic migration was predominantly a clerical phenomenon, involving bishops, priests, theologians, male and female members of the different religious orders and students of theology. Some Catholic women who fled later became nuns in exile. Moving from non-Catholic ruled regions to Catholic territories, they left their homes for a variety of reasons, both voluntary and forced, but always in response to a situation of persecution. This predominantly Catholic phenomenon of clerical emigration manifested itself in England, Scotland and Ireland (both the Gaelic and Anglo-Irish regions); the exile of the Jansenists from France; the Jesuits being banished from revolutionary France and Germany of the 1870s.

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Confessional Migration: Anabaptists

Lacking a durable alliance with the state anywhere in Europe, Anabaptists constituted one of the most persecuted and most mobile religious populations of the Reformation and Confessional Ages. A single, clearly defined magisterial office was also absent from the movement, and the Anabaptists' migratory experience encouraged regional variations in the movement that built on its distinct starting points and traditions. At the same time, interactions between different Anabaptist groups undermined those regional differences. The result was the formation of distinct yet inter-related traditions that survived the Confessional Age: Mennonites, Swiss Brethren, Amish, and Hutterites.

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Confessional Migration of the Huguenots

This article investigates the conditions and consequences of one of the most significant transfer processes in early modern Europe: the migration of the Huguenots, who left France after the revocation of the Edict of Nantes in 1685 and were received in other European countries and beyond Europe. After an overview of the geographical distribution of the approximately 150,000–200,000 migrants among the receiving countries, the article goes on to analyse the settlement conditions, specifically the economic, legal and religious status of the Huguenots. Finally, the longer-term consequences of this migration with regard to economic and cultural transfers, as well as integration and assimilation, are discussed.

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Reformierte Konfessionsmigration: Waldenser

Die Waldenser gehen auf den Wanderprediger Valdesius (12. Jh.) zurück. Obwohl sie als Ketzer verfolgt wurden, überlebten sie in den Cottischen Alpen bis in die Neuzeit. 1532 schlossen sie sich der Reformation an, seit 1555 wurden sie "Calvinisten". 1698 vertrieb der Herzog von Savoyen 3.000 Waldenser aus dem Piemont. Die große Mehrheit dieser bäuerlichen Exulanten wurde 1699 in Hessen-Darmstadt und Württemberg aufgenommen. Obwohl diese Territorien lutherisch waren, durften die Waldenser ihren reformierten Glauben hier öffentlich ausüben. Für sie war das besonders wichtig, weil sie glaubten, dass die Waldenserkirche vorreformatorischen Ursprungs war, ja sogar auf die Zeit der Apostel zurückging. Die Integration in der neuen Heimat verlief allerdings schwierig. Ihr Neubeginn in der Seidenkultur schlug fehl. Im 19. Jahrhundert wurden die Waldenser gezwungen sich zu assimilieren und verloren dadurch ihr ausgeprägtes Gruppenbewusstsein und ihre religiös-kulturellen Eigenheiten. Selbständige Waldenserkirchen gibt es heute nur noch in Italien und am Rio de la Plata.

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